Heiner (Café-Konditorei)
48° 12' 32.37" N, 16° 22' 30.03" E zur Karte im Wien Kulturgut
Café-Konditorei Heiner (1., Wollzeile 9).
Unternehmensgründer Andreas Rabl übernahm 1852 eine Bäckerei in der Wollzeile, die sich unter seinem Schwiegersohn Valentin Heiner und dessen Sohn Ludwig Heiner zur Konditorei (k. u. k. Hofzuckerbäckerei) entwickelte. 1915 erfolgte die Eintragung als protokollierte Firma beim Handelsgericht.
Anlässlich des Katholikentages 1933 kreierte Ludwig Heiner zu Ehren von Kardinal Theodor Innitzer die "Kardinalschnitte", eine Mehlspeise, die aus Biskuit- und Baiser-Masse gebacken und mit Oberscreme gefüllt wird. Die beiden Eimassen ergeben ein Muster in den Farben des Vatikans, Gelb und Weiß.
Nach dem Tod von Ludwig Heiner (1948) übernahm dessen Ehefrau Berta den Betrieb. Unter Berat Heiner, ihrem Sohn aus erster Ehe Walther Stuller und dessen Ehefrau Irmtraud weitete sich der Betrieb aus (Filialen 1., Kärntner Straße 21-23 [seit 1949] und in Perchtoldsdorf [seit 1964], Niederösterreich). 1999 verlagerte die Konditorei die Produktion nach Simmering. Unter Berta Heiners Ur-Enkel Michael Stuller und seiner Ehefrau Verena Eissner-Eissenstein wurde 2007 eine Filiale in Stockerau und 2013 in der Hernalser Hauptstraße eröffnet.
Literatur
- Der letzte Konditor seiner Art. In: Die Presse, 10.11.2019, S. 9
- János Kalmár / Mella Waldstein: K. u. k. Hoflieferanten Wiens. Graz: Leopold Stocker Verlag, 2001