Hofbauer
48° 14' 30.63" N, 16° 21' 59.18" E zur Karte im Wien Kulturgut
Die Konfiserie-Firma Hofbauer (20., Brigittenauer Lände 168) wurde 1882 begründet und fusionierte 1994 mit der Firma Lindt & Sprüngli.
Stammvater des Betriebs ist der gelernte Zuckerbäcker Carl Hofbauer, er gründete 1882 in 5., Margaretenstraße 73 seinen ersten Gewerbebetrieb. Qualitätsbewusste Produktion sicherte ihm den Zuspruch des Publikums, sodass er bald Filialen eröffnen (1., Annagasse 12; 4., Favoritenstraße 43; 5., Mittersteig 2) und das Gewerbe erweitern konnte (Zuckerbäcker en gros und en detail). Er übersiedelte in ein größeres Stammgeschäft (5., Margaretenplatz 5).
Sein Sohn Ludwig (* 19. Juni 1899, † 12. Jänner 1976; Gattin [1920] Engelberta Lichtenstöger, * 6. Jänner 1902) legte 1918 die Meisterprüfung ab und stellte den ererbten Betrieb 1922 auf die En-gros-Erzeugung von Schokolade- und Zuckerwaren aller Art um. 1925 nahm er seine Gattin als Gesellschafterin in den Betrieb.
Leistungswille und kreative Einfälle („Schokoladen-Maroni", Toffee) sowie zielbewusste Sorten- und Imagewerbung führten zu einem raschen Aufschwung. 1929 übersiedelte der Betrieb nach 12., Vivenotgasse 30 und wurde hier auf einen Industriebetrieb umgestellt; knapp nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erfolgte im Zuge der Arisierung des Jüdischen Knabenwaisenhauses die Übersiedlung nach 19., Probusgasse 2. Im Mai 1948 nahm nach Einstellung des Volksgerichtsverfahrens gegen Ludwig Hofbauer wegen dessen NSDAP- und SS-Mitgliedschaft das Unternehmen die Arbeit wieder auf. 1958 erwarb die Firma ein Gelände in 20., Brigittenauer Lände 168, errichtete darauf einen nach modernsten Gesichtspunkten konzipierten Betrieb und konnte rasch expandieren. Die Übernahme durch Firma Lindt & Sprüngli Austria GmbH laut Vertrag vom 20. Juli 1994.
Quellen
- Wiener Stadt- und Landesarchiv, Handelsgericht, B76/20: Handelsregister A 20/190a, Hofbauer Ludwig
- Wiener Stadt- und Landesarchiv, Volksgericht, A1: Vg 5e Vr 3127/1947
Literatur
- Herbert Tschulk: 100 Jahre Hofbauer. In: Wiener Geschichtsblätter 37 (1982), S. 47